Wie der Streckensegelfluglehrgang des LVN in der letzten Aprilwoche so mal eben nebenbei der Samtgemeinde Grafschaft Hoya das Glück zurück brachte.

Der diesjährige erste Lehrgang war mit 21 Teilnehmern und 10 Trainern so ideal besetzt, dass die Trainingsflüge schon einem luxuriösen Privatunterricht glichen.

Das kalte und manchmal regnerische Wetter bescherte den Teilnehmern interessante Unterrichte und, wenn dann die Sonne schien, auch ordentliche Streckenflüge mit insgesamt nur wenigen Außenländungen. Der Frost in manchen auch sternklaren Nächten forderte von den Campern im Zelt schon einiges ab, war aber zu überstehen.

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Spuren des Nachtfrosts

 

Der Hoyaer Verein, mit seinen Anlagen und Flugplatz direkt an der Weser gelegen, hat sich mächtig angestrengt, um allen ein behagliches und wohlorganisiertes Umfeld zu bieten. Wir wurden versorgt, das kann der Autor nur bestätigen, vom Feinsten. Morgens schon z.B. köstliches Rüherei zum Frühstück und Abends dann ein warmes Essen, das wirklich allen Ansprüchen genügte und dann auch noch reichlich war.

Die bunt gemischte Truppe fand sehr schnell zusammen und es stellte sich sofort ein harmonisches Miteinander ein. Was kamen da doch für viele interessante Menschen zusammen, die kennen gelernt werden wollten. Viele Fachgespräche über alle Bereiche des Vereinslebens konnten so zwischendurch geführt werden.

Sofern die Leute nicht abends mit ihrem Computer oder Smartphone beschäftigt waren, saß man in einzelnen Gruppen zusammen.

Der erste Tag brachte nur Platzrunden zum Kennenlernen der Winde und der Platzrunde. Am zweiten Tag ließen sich die Verantwortlichen unter Leitung von Hartmut Schlüter einen Ziellandewettbewerb einfallen um die Piloten zu beschäftigen. Etliche Tage später wurden die Gewinner mit dem berühmt-berüchtigten „LVN-Wascheimer“ beglückt, der Letzte bekam eine rote (Petroleum)-Lampe. Der Rest war froh, beschäftigt gewesen zu sein.

Die richtige Fliegerei begann dann mit kleineren Aufgaben, die sich von Tag zu Tag mit dem Wetter im Bunde steigerten. Ja da kam Freude auf.

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Lutz bei den letzten Flugvorbereitungen

 

Am letzten Tag des Lehrgangs, am Sonnabend den 2. Mai wurde das Wetter sehr gut, so dass man von idealen Bedingungen sprechen konnte, die auch im gesamten Niedersachsen für weitgreifende Flüge genutzt werden konnten.

Die 2 leistungsstärksten Gruppen bekamen die Aufgabe ein 360 lm Dreieck zu fliegen, was sie erfolgreich absolvierten. Für einige Teilnehmer ihr erstes Dreihunderter! Eine Astirgruppe flog das 120er Dreieck gleich 2 mal!!! Am Tag zuvor war durch eine hohe Schleierabdeckung eine Situation, wo man zu Hause am Platz gar nicht erst losgeflogen wäre. Die Trainer zeigten den Glücklichen, die es schafften am Platz in die Thermik einzusteigen, dass es doch geht und eine Gruppe unter Jürgen Habel schaffte so eine188-km-Aufgabe. Das war schon was. Auf diese Weise war also der letzte Tag die absolute Krönung und den Verantwortlichen fiel ein wahrer Stein vom Herzen. Sie waren mal (wieder) erfolgreich und alles ist ohne Komplikationen verlaufen.

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Startaufbau in Hoya

 

Nun noch etwas, warum die Teilnehmer Hoya retten konnten. Zu Anfang wurden wir am Sonntag von der Vereinsvorsitzenden Ulla Voss begrüßt. Dabei überbrachte sie uns ein Anliegen der Stadt bzw. der Samtgemeinde. Uns wurde eine alte Sage der Stadt erklärt, nach der ganz früher einmal Zwerge dem Grafen von Hoya ein Schwer, einen Ring und ein ominöses Salamanderlaken geschenkt hatten, mit der Bedingung, so lang diese drei Teile beieinander seien, wäre das Glück der Stadt gesichert. Natürlich ging das irgendwann im Laufe der Zeit schief und die Teile verschwanden.

Wir, die Teilnehmer des Streckenfluglehrganges wurden nun gebeten, bei den Flügen über Land und auch auf der Erde nach den verschollenen Stücken zu suchen. „Helft uns“ ließ uns der Samtgemeindebürgermeister wissen.

Da war guter Rag teuer. Aber, jeder Leser kann es sich ausrechnen, Segelfliegerinnen und –flieger sind erfinderisch und jeder Aufgabe gewachsen.

Am Sonnabendnachmittag konnten wir dem Bürgermeister der Samtgemeinde alle drei so vermissten Teile zusammen mit einem erklärenden Gedicht überreichen.

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Morgennebel auf der Weser

 

Übrigens, das Schwert ist irgendwann einmal nach dem Motto „Schwerter zu Pflugscharen“ umgeschmiedet worden und ein wirklich uraltes Pflugschar wurde überreicht. Die Freude bei dem Beschenkten war riesig, genau so wie seine Begeisterung über den ersten Segelflug mit einer ASK 21 des Hoyaer Vereins.

Es war eine würdige Feierstunde und künftig sollen die nun wieder sehr wertvollen Requisiten im Schloss, das jetzt als Rathaus dient, aufbewahrt werden und was am wichtigsten ist, das künftige Wohl sichern und bewahren. Möge Hoya blühen, wachsen und gedeihen und der Hoyaer Verein noch so manchen Lehrgang ausrichten. Schön war’s schon!

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